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Wenn Massaker langsam zum Alltag werden
Vielleicht ist es tatsächlich das Beste, das Geschehen in Winnenden erstmal lediglich als ein weiteres Schulmassaker darzustellen und der Öffentlichkeit einen Täter zu präsentieren, der alle oberflächlichen Anforderungen an das gemeinhin bekannte Profil derartiger Einzelgänger erfüllt. Es dürfte vor allen Dingen den direkt Betroffenen, von denen kurz nach den Ereignissen verständlicherweise keine differenzierte Betrachtung verlangt werden kann, zumindest ein wenig helfen, mit der Situation umzugehen und sich selbst darin einzuordnen. Mit den besten Wünschen versehen, dass sich die bleibenden psychologischen Schäden in Grenzen halten werden: Hierfür heiligt der Zweck jedes Mittel.

Dabei wird gar nicht zu Unrecht auf die Parallelen der Massaker in den letzten Jahren hingewiesen - sie sind auch nur schwer zu leugnen und vermutlich sogar vom Täter beabsichtigt gewesen. Es sollten nur auch alle Parallelen genannt werden: Neben dem Konsum der einschlägigen Musik und Videospiele, Kontakten zu gewaltbereiten Subkulturen und der problemlose Zugang zu Handfeuerwaffen ist es auch die Erkenntnis darüber, dass es sich bei den Tätern durchweg um Jugendliche bzw. junge Erwachsene handelt, denen man so etwas nicht zugetraut hätte. Außer ihnen weiß niemand genau, wieso sie es für erstrebenswert hielten, derart aus der gesellschaftlichen Mitte auszubrechen und zu welchem Zeitpunkt dieser Entschluss getroffen worden ist. Genau deswegen sind solche Taten trotz vermeintlicher Nachahmungsmotive auf erschütternde Weise einzigartig und konfrontieren die Verbliebenen mit der eigenen Ratlosigkeit jedes Mal aufs Neue.

Dass die öffentlich geführten Diskussionen zur Ursache der vergangenen Massaker sich bevorzugt auf einschlägige Massenmedien zu Lasten tiefgründiger Gesellschaftskritik versteiften, soll hier nicht getadelt werden - es ist zugegeben der bequemste Weg, mit der Thematik umzugehen. Nur dieses Mal wären solche Debatten nicht nur wenig sachdienlich, sondern auch mitunter gefährlich: Sofern wieder nur Gründe als Ursache genannt werden, die allenfalls eine unterstützende bis beschleunigende Wirkung der Abwärtsspirale besitzen, besteht wenig Hoffnung darauf, dass man zukünftig Symptome rechtzeitig prognostizieren und somit die Situation kontrollieren und das Massaker verhindern kann, es also nicht die letzte Tat dieser Art gewesen sein wird. Es wird dann vielleicht das Beste sein, einfach zu akzeptieren und sich an die Situation zu gewöhnen, dass Massaker an Schulen Einzug in unseren Alltag halten - der bequemste Weg, mit der Thematik umzugehen, ist es obendrein!

Geschrieben von cujamara am März 15 2009 16:39:35 7908 gelesen · Drucken
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